Dienstag, 23. November 2010

Happy Thanksgiving!

Hey hey !
Es gibt viel Neues aus San Antonio zu berichten =) Hier ist gerade Thanksgiving... das ist ein Feiertag der fast so gefeiert wird wie Weihnachten, und der auf die ersten Pilger zurückgeht, die Gott einfach "Danke" sagen wollten, als sie den ersten Winter in Amerika überlebt haben. Die Tradition ist, dieses Fest richtig groß mit der ganzen Familie zu feiern, mit unendlich viel zu essen, vorallem Truthahn. Meine Gastfamilie zum Beispiel haben so ca. 20 Leute hier für Thanksgiving und sie sind schon voll im Vorbereitungsstress. Die Schüler haben eine Woche Ferien, das  heißt wir haben auch ein paar Tage frei !

Die letzten Wochen waren ziemlich erebnisreich =) Angefangen hats mit dem Camp der Kirche Anfang November, als wir mit ca. 200 Kids aus der ganzen Gemeinde raus aus der Stadt in ein wunderschönes Camp gefahren sind, um dort ein Wochenende zu verbringen. Von meinen Mädels, mit denen ich hier so hauptsächlich Zeit verbringe waren fast alle dabei und es war so eine super Zeit mit ihnen !! Wir hatten eine super Gemeinschaft, krasse Gespräche, haben die wunderschöne Natur um uns genossen, waren wandern, Fußball spielen und hatten eine crazy Danceparty am letzten Abend ! =) Es war einfach so eine coole Erfahrung, weil die Mädels so viel mehr von sich preisgeben, wenn man mal richtig Zeit hat zu reden und ich hatte die Möglichkeit einige von ihnen viel besser kennenzulernen, mit ihnen zu beten und einfach übers Leben zu reden. Hier einige Eindrücke vom Camp :

Wunderschönes Camp Eagle


Indianermädels





Das Thema im Camp war Römer 12:1 : "Weil ihr Gottes Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, liebe Brüder und Schwestern, mit eurem ganzen Leben für Gott da zu sein. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist die angemessene Antwort auf seine Liebe."
Der Prediger hat das sehr gut ausgelegt , sehr praxinah, und hat uns alle dazu herausgefordert in dem Umfeld in dem wir leben, in unsren Familien, in unsrer Schule, bei unseren Freunden authentisch und  echt unsern Glauben zu leben und einfach andre Menschen zu lieben, für sie da zu sein.

Nach dem Camp ging wieder das "normale" Leben hier los und ich hatte die Möglichkeit wieder einige neue Schüler kennenzulernen und sie in unsren Jugendkreis einzuladen, woraufhin sie dann auch dahin kamen =) Ziemlich cool. Besonders beeindrucken tut mich ein Mädel, das erst vor ein paar Wochen zum ersten mal kam, und nun regelmäßig kommt. Sie heißt Megan und kommt nicht aus einer christlichen Familie. Sie hatte jahrelang Probleme mit Drogen und ist jetzt auf Entziehungskur. Sie ist so krass drauf, von dem Mädel könnten viele Menschen was lernen... sie ist ein Mensch , der nicht nur redet, sondern echt was tun will und sie hat ein Herz für Obdachlose. Seit sie hier ist versucht sie andre Schüler davon zu überzeugen eine Gruppe zusammenzubringen, um sich als Freiwillige in einem Obdachlosenzentrum zu bewerben , um da regelmäßig mitzuhelfen. Wir haben mittlerweile eine Gruppe von 8 Leuten zusammengekriegt und werden uns da jetzt bewerben. =) Sie stellt mir auch immer so krass viele Fragen über den Glauben und oft sind sie einfach nicht zu beantworten, sehr herausfordernd. Aber das zeigt mir, dass sie echt intressiert ist und mehr wissen will und das ist soo cool. 

Vor ein paar Tagen waren wir als Freiwillige alle in einem Camp für 4 Tage. Es war eine Zeit für uns um einfach weg von der Arbeit zu kommen, Zeit untereinander zu haben, und Zeit einfach in Stille vor Gott zu kommen. Es war so eine hammer Zeit, das Camp war einem Canyon, also in einem Flusstal, ohne Handyempfang und einfach mitten in der Wildnis. Die Gemeinschaft war der Wahnsinn, die Gespräche so offen und ehrlich und die Natur einfach nur beeindruckend. Hier ein paar Bilder:






Die Zeit war einfach so erfrischend, ich konnte neue Kraft für die Arbeit auftanken und einfach zur Ruhe kommen. Besonders wichtig ist mir in letzter Zeit ein Vers geworden.
"Die Liebe Christi habe wir daran erkannt, dass er sein Leben für uns opferte. Ebenso müssen auch wir bereit sein, unser Leben für unsere Geschwister hinzugeben." 1.Johannes 3:16

Mir wird hier mit der Arbeit die ich mache einfach immer mehr klar, was dieser Vers bedeutet, was es bedeuted sein Leben für andre hinzugeben. Es geht nicht drum für jemanden zu sterben oder so, es geht drum nicht am eigenen Leben festzuhalten, sondern ein Leben zu leben das andren Menschen dient, sie höher als sich selbst zu sehen. Die meisten Menschen versuchen so krass Erfüllung und Frieden in allen möglichen Dingen zu finden, doch der einzig wahre Weg ein erfüllendes Leben zu finden, ist es hinzugeben für andere. Das hört sich erstmal paradox an, wie kann ich erfüllendes Leben finden, wenn ich es weggebe? Doch je mehr ich drüber nachdenke und es hier lebe, erfahre ich wie mich das so mit Freude und Friede erfüllt, anderen Menschen zu dienen. 

Ich freu mich richtig auf die nächsten Tage und Wochen, bin gespannt was so kommt und was wir hier noch so alles erleben. =) Ich danke euch allen ganz herzlich, falls ihr das alles grad echt gelesen habt !  Und ich danke euch auch, für alle Unterstützung, eure Nachrichten, euer Gebet. Es ist so gut zu wissen euch alle zu haben, zu wissen dass ihr mich unterstützt, ohne das wäre meine Arbeit hier nicht möglich. Bis bald, eure Miri =)


Dienstag, 2. November 2010

This is Texas !

Hey ihr Lieben!
Heute ist es mir zum ersten mal passiert, ich hab Deutsch reden wollen aber Englisch kam raus... echt verrückt...so langsam bin ich echt drin in der Sprache und hab auch angefangen in Englisch zu träumen ;-)
Nach vielen Tagen komme ich endlich mal wieder dazu , hier was zu schreiben, die Tage , Wochen und nun schon 3 Monate insgesamt die ich hier bin ,fliegen nur so dahin, und es ist gut mal innezuhalten und einfach mal drüber nachzudenken was ich hier so schreiben kann, was so los war in der letzten Zeit. Heute war der erste Abend nach langer Zeit, den ich endlich mal wieder mit meiner supercoolen Gastfamilie verbringen konnte, und es war sooo gut ! Und einfach so witzig, wir lachen uns immer übelst einen ab über irgendwelche witzige Dinge die wir erlebt haben. Ich bin einfach so dankbar für diese Familie hier, die mich behandelt als  wäre ich ihre Tochter und mich mehr als reichlich mit allem versorgt was ich brauche.

Mittlerweile gehts hier richtig ab.. wenn ich das so sagen kann. Mein Stundenplan ist sehr sehr voll, und es gibt wenig Zeit, wo ich einfach mal nichts mache, oder einfach mal alleine bin. Umso mehr Zeit ich hier mit den Schülern verbringe, umso mehr lerne ich ihr Umfeld kennen , ihre Familien, ihre Freunde, ihre Hobbies... ich bin nun Teil ihres Lebens quasi, mein Handy ist im Dauerbetrieb und ich bin ständig unterwegs mit ihnen, hole sie von der Schule ab, oder treffe mich mit ihnen in der Mittagspause. Eine von meinen Mädels übernachtet sogar regelmaßig bei mir und würde mir glaub ich am liebsten überallhin folgen, denn in ihrer Familie gibt es einige Probleme. Vor zwei Wochen hab ich einen Mädelsabend bei mir daheim gehabt und 12 meiner Mädels waren hier, und wir hatten einfach einen wunderbaren Abend zusammen, haben Eis gegessen, Filme geschaut, Gitarre gespielt und bis in die Nacht geschwätzt...=)



Indem ich die Kids immer besser kennenlerne, wächst auch die Verantwortung, weil sie einem sehr viel anvertrauen. In den letzten Tagen und Wochen wurde ich mit Themen wie Scheidung der Eltern, Drogenabhängigkeit, Alkohol, Stress mit der Polizei, Beziehungsdramas, Selbstmordgedanken, Gewalt in der Familie, Tod eines Elternteiles...usw konfrontiert und oft stehe ich nur da, höre den Kids zu und bin einfach nur sprachlos, schockiert und fassungslos was so abgeht in vielen Schulen und Familien.

In den letzten Tagen habe ich auch meinen ersten Jugendkreisabend geleitet,was echt cool war  und auch total Spaß gemacht hat. Es ging darum die Bibel nicht nur zu lesen und als Information oder Wissen abzuspeichern, sondern sie als eine Art Regiebuch für unser Leben zu lesen, und die Worte zum Leben kommen zu lassen, indem wir echt danach leben was wir lesen. Viele von uns konnten bestätigen dass das unser Leben echt verändert, dass das unseren Charakter und unser Denken formt und wir dadurch auch unser Umfeld positiv beeinflussen.
 Der Jugendkreis hier trifft sich einmal in der Woche abends in einem Haus einer saucoolen Familie, die es einfach lieben Leute in ihrem Haus zu haben... es ist so eine super Gruppe, die Offenheit und Ehrlichkeit der Schüler überrascht mich jedes mal neu und die Diskussionen die wir haben sind so gut und bringen einen echt weiter. Es ist nicht nur theoretisches Gelaber, sondern wir alle versuchen echt die Sachen die wir aus der Bibel lernen umzusetzen.



Wir hatten in der letzten Zeit auch einige Möglichkeiten in der Schule mitzuhelfen, haben viele Eltern und vorallem engagierte Mütter kennengelernt. Einige sind ziemlich davon üerzeugt was wir machen und haben sich bei der Schulleiterin für uns eingesetzt, die bisher noch sehr stur war, und uns noch keine Erlaubnis gegeben hat, während der Schulzeit auf dem Schulgelände zu sein. Jetzt gibt es wohl doch eine Möglichkeit und wir müssen nochmal durch einen Check und Papierkram... Es wäre sooo krass wenn es danach dann endlich so weit wäre und wir in die Schule könnten!!!! Wir beten und hoffen dass es bald soweit ist und sich Türen für uns öffnen, um die Schüler auch während der Schulzeit zu besuchen und sie in ihrem Gebetskreis zu unterstützen.

So langsam wird es hier auch Herbst und es wird kühler... die Sonne scheint trotzdem fast ununterbrochen und das Wetter ist einfach wunderbar. Die Texaner lieben es wenn es kühler wird und man sieht nun tatsächlich auch mehr Menschen mal draussen rumlaufen... Am Wochenende bin ich als Mitarbeiter in einem Jugendcamp der Gemeinde weiter im Norden von Texas an einem Fluss mit dabei, freu mich riesig drauf!!=)
Ich mach mal Schluss so langsam und gehe schlafen, was hier oft viel zu kurz kommt.



Ganz liebe Grüße von eurer Miri, ich vermisse euch !