Es gibt viel Neues aus San Antonio zu berichten =) Hier ist gerade Thanksgiving... das ist ein Feiertag der fast so gefeiert wird wie Weihnachten, und der auf die ersten Pilger zurückgeht, die Gott einfach "Danke" sagen wollten, als sie den ersten Winter in Amerika überlebt haben. Die Tradition ist, dieses Fest richtig groß mit der ganzen Familie zu feiern, mit unendlich viel zu essen, vorallem Truthahn. Meine Gastfamilie zum Beispiel haben so ca. 20 Leute hier für Thanksgiving und sie sind schon voll im Vorbereitungsstress. Die Schüler haben eine Woche Ferien, das heißt wir haben auch ein paar Tage frei !
Die letzten Wochen waren ziemlich erebnisreich =) Angefangen hats mit dem Camp der Kirche Anfang November, als wir mit ca. 200 Kids aus der ganzen Gemeinde raus aus der Stadt in ein wunderschönes Camp gefahren sind, um dort ein Wochenende zu verbringen. Von meinen Mädels, mit denen ich hier so hauptsächlich Zeit verbringe waren fast alle dabei und es war so eine super Zeit mit ihnen !! Wir hatten eine super Gemeinschaft, krasse Gespräche, haben die wunderschöne Natur um uns genossen, waren wandern, Fußball spielen und hatten eine crazy Danceparty am letzten Abend ! =) Es war einfach so eine coole Erfahrung, weil die Mädels so viel mehr von sich preisgeben, wenn man mal richtig Zeit hat zu reden und ich hatte die Möglichkeit einige von ihnen viel besser kennenzulernen, mit ihnen zu beten und einfach übers Leben zu reden. Hier einige Eindrücke vom Camp :
Wunderschönes Camp Eagle
Indianermädels
Das Thema im Camp war Römer 12:1 : "Weil ihr Gottes Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, liebe Brüder und Schwestern, mit eurem ganzen Leben für Gott da zu sein. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist die angemessene Antwort auf seine Liebe."
Der Prediger hat das sehr gut ausgelegt , sehr praxinah, und hat uns alle dazu herausgefordert in dem Umfeld in dem wir leben, in unsren Familien, in unsrer Schule, bei unseren Freunden authentisch und echt unsern Glauben zu leben und einfach andre Menschen zu lieben, für sie da zu sein.
Nach dem Camp ging wieder das "normale" Leben hier los und ich hatte die Möglichkeit wieder einige neue Schüler kennenzulernen und sie in unsren Jugendkreis einzuladen, woraufhin sie dann auch dahin kamen =) Ziemlich cool. Besonders beeindrucken tut mich ein Mädel, das erst vor ein paar Wochen zum ersten mal kam, und nun regelmäßig kommt. Sie heißt Megan und kommt nicht aus einer christlichen Familie. Sie hatte jahrelang Probleme mit Drogen und ist jetzt auf Entziehungskur. Sie ist so krass drauf, von dem Mädel könnten viele Menschen was lernen... sie ist ein Mensch , der nicht nur redet, sondern echt was tun will und sie hat ein Herz für Obdachlose. Seit sie hier ist versucht sie andre Schüler davon zu überzeugen eine Gruppe zusammenzubringen, um sich als Freiwillige in einem Obdachlosenzentrum zu bewerben , um da regelmäßig mitzuhelfen. Wir haben mittlerweile eine Gruppe von 8 Leuten zusammengekriegt und werden uns da jetzt bewerben. =) Sie stellt mir auch immer so krass viele Fragen über den Glauben und oft sind sie einfach nicht zu beantworten, sehr herausfordernd. Aber das zeigt mir, dass sie echt intressiert ist und mehr wissen will und das ist soo cool.
Vor ein paar Tagen waren wir als Freiwillige alle in einem Camp für 4 Tage. Es war eine Zeit für uns um einfach weg von der Arbeit zu kommen, Zeit untereinander zu haben, und Zeit einfach in Stille vor Gott zu kommen. Es war so eine hammer Zeit, das Camp war einem Canyon, also in einem Flusstal, ohne Handyempfang und einfach mitten in der Wildnis. Die Gemeinschaft war der Wahnsinn, die Gespräche so offen und ehrlich und die Natur einfach nur beeindruckend. Hier ein paar Bilder:
Die Zeit war einfach so erfrischend, ich konnte neue Kraft für die Arbeit auftanken und einfach zur Ruhe kommen. Besonders wichtig ist mir in letzter Zeit ein Vers geworden.
"Die Liebe Christi habe wir daran erkannt, dass er sein Leben für uns opferte. Ebenso müssen auch wir bereit sein, unser Leben für unsere Geschwister hinzugeben." 1.Johannes 3:16
Mir wird hier mit der Arbeit die ich mache einfach immer mehr klar, was dieser Vers bedeutet, was es bedeuted sein Leben für andre hinzugeben. Es geht nicht drum für jemanden zu sterben oder so, es geht drum nicht am eigenen Leben festzuhalten, sondern ein Leben zu leben das andren Menschen dient, sie höher als sich selbst zu sehen. Die meisten Menschen versuchen so krass Erfüllung und Frieden in allen möglichen Dingen zu finden, doch der einzig wahre Weg ein erfüllendes Leben zu finden, ist es hinzugeben für andere. Das hört sich erstmal paradox an, wie kann ich erfüllendes Leben finden, wenn ich es weggebe? Doch je mehr ich drüber nachdenke und es hier lebe, erfahre ich wie mich das so mit Freude und Friede erfüllt, anderen Menschen zu dienen.
Ich freu mich richtig auf die nächsten Tage und Wochen, bin gespannt was so kommt und was wir hier noch so alles erleben. =) Ich danke euch allen ganz herzlich, falls ihr das alles grad echt gelesen habt ! Und ich danke euch auch, für alle Unterstützung, eure Nachrichten, euer Gebet. Es ist so gut zu wissen euch alle zu haben, zu wissen dass ihr mich unterstützt, ohne das wäre meine Arbeit hier nicht möglich. Bis bald, eure Miri =)
