Jap, das ist mein Team :)
es gibt mal wieder ein paar sehr coole Neuigkeiten aus San Antonio. Hier ist es schon ne ganze Weile wieder echt schön warm, wir alle haben von der Sonne schon wieder ein bisschen Farbe bekommen, was echt gut tut, und so langsam wird wieder Zeit auch draußen schwimmen zu gehen und so :) Der März ist schon fast vorbei, und dann sind es nurnoch 3 Monate für mich hier... wahnsinnig wie die Zeit vergeht, und diese letzten Monate werden warscheinlich noch viel schneller rumgehen. Die letzten Wochen waren sehr erlebnisreich, warscheinlich waren es einige der besten Wochen seit ich hier bin.
Mitte März haben wir mit der Oak Hills Church hier, mit der wir arbeiten, ein großes Missionprojekt (Mission San Antonio) für die Schüler gehabt. Über 3 Tage wurden ganz viele verschiedene Projekte für sie angeboten über die ganze Stadt verteilt, wo sie mitarbeiten konnten. Es gab Projekte wie : Gartenarbeit in einem Altenheim, Aushelfen in einem Krankenhaus, Kisten mit Essen verpacken für Familien in der Stadt, die zusaätzliche Unterstützung brauchen, mit Kindern in einem Kinderkrankenhaus spielen, mit Jugendlichen aus anderen Ländern, die erst vor kurzem eingewandert sind, etwas unternehmen, Häuser bauen, Müll in der Stadt aufsammeln..usw. Ungefähr 150 Schüler waren dabei, wir haben uns morgends immer in der Gemeinde getroffen und sind dann mit Kleinbussen zu den verschiedenen Stationen gefahren, wo die Jugendlichen dann bis Nachmittags gearbeitet und ausgeholfen haben. Es war der Wahnsinn mit was für einer Begeisterung die ganzen Kids dabei waren, wie sie sich echt ins Zeug gelegt haben, um ihrer Stadt zu dienen. Und das alles in ihren Frühlingsferien, wenn die meisten zum Strand fahren. Das Coolste war, abends ihre müden, aber strahlenden Gesichter zu sehen und ihre Begeisterung zu spüren, wenn sie von den Erlebnissen des Tages berichteten. Es war so cool zu sehen, wie sie gelernt haben, dass es nicht nur anstrengend ist, seine Zeit für andere zu opfern, aber dass es einem vorallem Freude gibt. In den verschiedenen Institutionen, in denen wir ausgeholfen haben, sind wir auch auf ganz verschiedene Reaktionen gestoßen. Die meisten Leute waren total überrascht über all die jungen Leute, die einfach für ein paar Tage in ihrer Freizeit mit angepackt haben, wir konnten so vielen Leuten von unsrer Gemeinde und Jugendgruppe erzählen von der wir kommen und es war einfach so cool zu sehen, wie wir so vielen Leuten einfach eine riesen Freude machen konnten.
Nach Mission San Antonio haben ein paar andere Pais Mädels,die auch hier in San Antonio arbeiten und ich uns einer Gruppe von Frauen angeschlossen, die sich "Chicktime" nennt. Einmal im Monat gehen diese Frauen mit ihren Töchtern zu einem Heim für Mädchen ungefähr eine Stunde von hier. Das Heim ist für Mädchen, die daheim sexuell missbraucht wurden, die körperlich misshandelt wurden oder sogar in gezwungener Prostitution waren. Die ganze Heimanlage sieht von aussen erstmal wie ein Gefängnis aus, denn um das ganze Gelände sind Zäune, weil viele der Mädchen abhauen wollen. Die Mädchen, die dort hinkommen, kommen aus den schlimmsten Verhältnissen und waren alle zwischen 11 und 17 Jahren alt, sie landen dort, weil entweder die Polizei sie aus ihren Familien rausholt, oder der CPS (children protective service). In dem Heim gehen sie zur Schule und haben Psychologen, die versuchen sie wieder ins normale Leben zu integrieren. Die "Chicktime" Gruppe geht da wie gesagt alle 4 Wochen hin und bieten den Mädels verschiedene Aktivitäten an, einfach um ihnen in dem Heimalltag eine Abwechslung zu bieten und um herauszufinden, was für Talente und Leidenschaften die Mädels haben. Bevor wir dort ankamen haben wir von der "Chicktime" Gruppe viele Anweisungen bekommen, die eben in diesem Heim Regelungen waren. Zum Beispiel durften wir die Mädchen wärend den Aktivitäten nicht berühren, also sie nicht umarmen oder an die Schulter fassen, denn man weiß nie, was in ihrer Vergangenheit passiert ist, und wie sie auf Körperkontakt reagieren. Ein anderer wichtiger Punkt war, dass wir sie nicht auf ihre Vergangenheit ansprechen und einfach in allem was wir sagen sehr vorsichtig sind. Auch mussten wir sehr vorsichtig sein, dass wir keine scharfen Gegenstände irgendwo hinterlassen, denn alles was die Mädchen in die Hände bekommen, versuchen viele von ihnen zu benutzen, um sich zu ritzen. Ich hatte ehrlich gesagt echt Angst bevor wir dort ankamen, irgendetwas falsch zu machen, ich hatte keine Ahnung wie mit diesen Mädchen umzugehen, und meine Freundinnen mit denen ich dort war, gings genauso. Doch dann lernten wir die Mädchen kennen, es war eine Gruppe von ca. 50 Mädels... wir hatten verschiedene Stationen für sie, Volleyball, Cupcakes machen und dekorieren, Sonnenbrillen dekorieren und Schauspielunterricht. Ich war die ganze Zeit mit der gleich Gruppe von ca. 15 Mädchen unterwegs, während wir durch die verschiedenen Stationen gegangen sind. Ich habe schnell gemerkt, dass meine Ängste umsonst waren, diese Mädels waren ganz normale Jugendliche, superhübsche Mädels. Bei den meisten von ihnen hätte ich nie gedacht, dass sie warscheinlich eine schreckliche Vergangenheit haben, ein paar hat man es angemerkt, manche waren ganz still, haben so gut wie nichts geredet und sahen sehr verschrocken aus, hatten ganz vernarbte Arme vom Ritzen. Es hat mir echt das Herz zerrissen diese Mädels kennenzulernen und gern zu haben und zu wissen, was sie hinter sich haben und dass ihr ganzes Leben davon beeinflusst sein wird, dass sie nie eine richtige Familie hatten und schon in ihren jungen Jahren so krasse Dinge erleben mussten. Wir durften dort leider keine Bilder machen, sonnst hätte ich euch hier ein paar Bilder gezeigt.
Ich habe in meinem letzten Bericht von Billy berichtet, den ich in der Schule kennengelernt habe, Anfang diesen Jahres, der auch eine sehr krasse Vergangheit hat, dann aber anfing in unsere Jugendgruppe zu kommen. Das Allercoolste war, dass er sein Leben vor ein paar Wochen Jesus gegeben hat, er hat sich zu entscheiden Gott sein ganzes Leben zu widmen und für ihn zu leben. Als er uns das erzählt hat am morgen danach sind wir alle vor Freude um ihn rumgetanzt und haben gefeiert =) Vor ca. 2 Wochen hat er dann gemeint, dass er sich taufen lassen will, die Taufe als Bekenntnis dass er nun zu Jesus gehört. Und so kam es dass er und Maddi (eine andere Schülerin die ich hier kennengelernt habe) sich am Sonntag haben taufen lassen, im Guadalupe River, eine Stunde von San Antonio. Es war einfach der Wahnsinn dort dabei zu sein, unglaubliches Gefühl.
Das war auch mal wieder von mir, nurnoch 3 Monate, es gibt noch vieles zu erleben und zu tun. Ich bin gespannt auf das letzte Viertel der Zeit !! =) Machts gut, falls ihr Fragen oder sonnst irgendwan zu dem habt, was ich geschrieben habe, schreibt mir !! Ich freue mich immer auf Nachrichten aus der Heimat.
Bis bald.



Hey Miri - schön, was du alles erleben darfst, genieß die Zeit als ein besonderes Geschenk von unserem himmlischen Vater. Wir freuen uns aber auch, dass du in ein paar Monaten wieder im "langweiligen" Deutschland bist :)) - Grüße an "Hosenmatz" von Maria
AntwortenLöschen